Foto Haus 16 574 Häuserspuren ...
Die Häuser in Hann. Mündens Kernstadt
und ihre Bewohner seit 1730
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Hannoversch Münden = Hann. Münden ...

liegt am Zusammenfluss von Fulda und Werra (einst Wisera) zur Weser, eingebettet zwischen dem Reinhardswald auf der hessischen, linken Seite, dem Bramwald und dem Questenberg auf der gegenüberliegenden Seite und dem Kaufunger Wald im Süden.

Zeichnung Münden
Züricher Zentralbibliothek, Graphische Sammlung

Diese Ansicht aus dem Jahre 1787 zeigt den historischen Stadtkern mit der Stadtmauer, der Blasiuskirche in der Mitte, dem Schloss auf der Werraseite und der 1770 neu angelegten Chaussee unterhalb des Questenberges sowie den alten Weg darüber.

Jenseits der Werra sieht man ein paar Häuser der „Vorstadt“ Blume. Die weiteren Blümer Häuser, die alte Blümer Mühle und die steinerne Werrabrücke werden vom Schloss verdeckt.

Der von der Stadtmauer umschlossene Raum ist Gegenstand dieser Untersuchung.

Über Jahrhunderte wohnten die Mündener Bürger in diesem durch die Flüsse und die Stadtmauer begrenzten Bereich. Bei Bevölkerungszahlen zwischen 2.000 und 4.000 kannte jeder jeden; man wusste, wo wer wohnte. Frühe Steuerlisten, z.B. die Kopfsteuerbeschreibung aus dem Jahre 1689 und sonstige Archivunterlagen bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts nennen daher nur Namen, aber keinerlei Hausnummern oder verwertbare Lagebeschreibungen der einzelnen Häuser.

1730 wurde das erste Kataster für 562 Häuser angelegt. Es beschreibt die Lage des Hauses, nennt den Eigentümer und die auf dem Hause ruhenden Steuerlasten, die sich aus den ausgeübten Berufen der Besitzer sowie deren Gärten und Ländereien ergaben.

Bild Kataster (Bild: Karte von 1800, Werra-Übergang am Fuß.)

1770 musste ein neuer Wälzer angelegt werden. Anhand der Namen und Lagebeschreibungen lässt sich der Anschluss rekonstruieren. Wieder fünfzig Jahre später (1820) erschien ein Kataster in verändertem Format, in der gewohnten Reihenfolge, jetzt mit fortlaufender Nummerierung, von 1 bis 574. Die hatte ein knappes Jahrhundert Bestand, auch im Kataster von 1856 und in der Gebäudesteuerrolle von 1895. Auch das 1887 gedruckte „Einwohner-Verzeichniß“ basiert auf diesen 574 Hausnummern. Es gab damals allerdings bereits weitere 179 Häuser außerhalb der Stadtmauern. Die sind jedoch in dieser Untersuchung nicht berücksichtigt.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinien Hannover-Kassel 1856 und Halle-Kassel 1872 und der dadurch einsetzenden Industrialisierung waren die Einwohnerzahlen Mündens sprunghaft angestiegen. Aus Lagerhäusern und Lagerräumen in den oberen Geschossen wurden deshalb vielfach Wohnräume gemacht, andere Häuser wurden aufgestockt, um Wohnraum zu schaffen. Und, wie gesagt, auch außerhalb der alten Stadtbegrenzungen wurde viel gebaut, und das machte schließlich eine ganz neue Definition erforderlich.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden den einzelnen Straßen Hausnummern zugeteilt. Die begannen an einem Ende der Straße und endeten auf der gegenüberliegenden Seite.

Dieses System hatte bis 1986 Bestand. Nun bekamen die Häuser auf der rechten Seite gerade Nummern, die auf der linken ungerade. Dies ist die aktuelle Situation.

Im Folgenden werden die Eigentümer zwischen 1730 und 1900 genannt. Aus Datenschutzgründen enden die Angaben mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

1852, 1858 und 1864 erfolgten Volkszählungen. Die Listen werden – ebenso wie die Kataster – im Archiv der Stadt Münden aufbewahrt. So weit sie mir zugänglich waren, habe ich sie erfasst und den Häusern zugeordnet. Daraus und aus den Einwohnerverzeichnissen bzw. Adressbüchern von 1887, 1907 und 1930 entstand – mit Mut zur Lücke – die Übersicht über die Bewohner im Wandel der Jahrzehnte.

Weitere Quellen waren die Kirchenbücher von St. Blasius, St. Aegidien und der ev. reformierten Gemeinde bis 1750.

Die bereitgestellten Daten sind eine Fundgrube für die Ahnenforschung.